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Friedhof
▸ Geschichte des Friedhofs

Der Evangelische Friedhof an der Kölnstraße

Der Friedhof entstand 1825 durch eine Schenkung der Eheleute Rudolph und Lucia Schenkel geb. Schoeller an die reformierte Gemeinde zu Düren. Mehrfach wurde die Fläche im Laufe der Zeit erweitert, bis der Friedhof 1868 seine heutige Größe erreicht hatte. Die ältesten erhaltenen Gräber stammen aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts.

Zunächst hatten die Eheleute Schenkel als Stifter festgelegt, dass „in der Reihe nach der Todesfolge beigesetzt werde, ohne Ansehen von Stand und Familienzugehörigkeit und ohne jegliche Denkmäler“. Dies führte dazu, dass Eheleute und Familien anfangs nicht gemeinsam, sondern in getrennten Gräbern beerdigt wurden. Der drängende Wunsch, Familiengräber für gemeinsame Ruhestätten zu ermöglichen - es war für viele Menschen doch ein tröstlicher Gedanke, im Tod vereint zu ruhen - führte 1884 zu einem neuen Friedhofsregelement.

Erst ab dieser Zeit – in der "Wilhelminischen Ära“ - entstanden die großen Grabmale der Industriellenfamilien Hoesch, Schoeller, Schleicher, Schüll, Deutgen und Heyder. Diese Grabanlagen und Denkmale wurden von bekannten Künstlern wie Joseph Uphues, Johann Imhoff dem Jüngeren, Alexander Iven, Edmund Renard und August Wittig gestaltet, phantasievoll, aufwändig und auch eigenwillig.

Eigentümerin des Friedhofs, auf dem bis heute bestattet wird, ist nach wie vor die Evangelische Gemeinde zu Düren. Sie unterhält ihn in seiner Gesamtanlage, jedoch nicht die einzelnen Grabstellen, von denen einige bis heute von den Nachfahren der traditionsreichen Familien liebevoll gepflegt werden.

Der Evangelische Friedhof Kölnstraße ist eines der wenigen Kulturdenkmäler der Stadt, die den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden haben. Diese seltenen historische Zeugnisse sollten für nachfolgende Generationen erhalten bleiben. So wurden der gesamte Friedhof und eine große Zahl von Einzelgrabmalen bereits 1989 als wertvolles Kulturdenkmal in die Denkmalliste der Stadt Düren eingetragen. Für die anstehenden Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten fehlte jedoch der Evangelischen Gemeinde ebenso wie der Stadt Düren das Geld.

In gemeinsamer Initiative der Evangelischen Gemeinde, der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Düren und den Angehörigen alter Dürener Familien wurde zehn Jahre später, im Jahr 1999, der Förderverein "Evangelischer Friedhof Kölnstraße e. V." gegründet. Vorsitzender des Vereins ist von Beginn an Jochen Schoeller. Neben den Angehörigen der alten Familien und interessierten Bürgern konnte auch Paul Larue, Bürgermeister der Stadt Düren, als Mitglied gewonnen werden. Ziel des Fördervereins ist, zur Erhaltung und Pflege des Evangelischen Friedhofs beizutragen. Im Vordergrund steht die Erhaltung und Restaurierung von Grabstellen, die nicht von Nachkommen gepflegt werden können und die vom Verfall bedroht sind. Insbesondere geht es um Objekte von kunst-, kultur-, und stadtgeschichtlichem Rang. Meist handelt es sich hierbei um Grabstellen von Bürgern, die für die Geschicke der Stadt Düren von besonderer Bedeutung waren und um Grabstellen mit künstlerisch herausragendem, wertvollem Skulpturenschmuck.


Alexander Müller
Ute Hoffmann (Dezember 2013)