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Presseerklärung - Eskalation vermeiden, Lützerath erhalten

Gemeinsame Pressemitteilung des Diözesanrats der Katholik*innen im Bistum Aachen und der Superintendenten der Evangelischen Kirchenkreise Gladbach-Neuss und Jülich vom 10.01.2023


Ihre Ansprechpartner für Rückfragen:
Heribert Rychert, Diözesanrat der Katholik*innen im Bistum Aachen, Tel. 0170-3207757
Jens Sannig, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises, Tel. 02461-974811


Eskalation vermeiden, Lützerath erhalten
Im Konflikt um den vor der Räumung stehenden Weiler Lützerath im Rheinischen Braunkohlerevier
bei Erkelenz rufen der Vorstand des Diözesanrates der Katholik*innen Aachen und die
Superintendenten der Kirchenkreise Gladbach-Neuss und Jülich alle Beteiligten zur Vernunft und
Deeskalation auf. Ein mit enormen Risiken für Leib und Leben der am Konflikt Beteiligten
verbundener Räumungseinsatz der Polizei muss und kann jetzt noch politisch gestoppt werden.  
Eine Räumung birgt Gefahren für Leib und Leben der Polizist*innen, die als Einsatzkräfte die
Maßnahmen durchsetzen müssen, wie für die jungen Menschen, die verzweifelt Widerstand leisten,
um unsere Zukunft hier und weltweit zu sichern.  
Gemeinsam sprechen wir uns gegen jede Form der Gewalt in der Auseinandersetzung um die
Räumungen in Lützerath aus. Wir teilen nicht alle Aktionsformen des Widerstandes und wir lehnen
jede Form von Gewalt gegen Menschen und Sachen ab. Sie sind kontraproduktiv und entsprechen
nicht unserem Friedensverständnis.  
Gespräche mit allen Beteiligten sind jetzt dringend gefordert. Den sozialen Frieden in der Region
herstellen, im Interesse aller, sollte unser Ziel sein. Eine Atempause dient der Deeskalation und
schafft Zeit für klimapolitisch verantwortbare Entscheidungen.  
Wir fordern deshalb von der NRW-Landesregierung ein sofortiges Moratorium für die Räumung des
Geländes. Stattdessen sollten sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, um gemeinsam nach Wegen
zu suchen, unter Einhaltung aller Klimaziele und unter Berücksichtigung der neusten Gutachten des
DIW die noch zur Versorgungssicherheit notwendigen Kohlemengen für die Stromerzeugung zu
sichern und dann schnellstens die Braunkohlenutzung zu beenden. Ein Abbaggern Lützeraths in
diesem Winter ist dafür keinesfalls nötig, da ausreichend Kohle für die Kraftwerke an anderen Stellen
zur Verfügung steht.  
Eine massiv beschleunigte Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energieträger und
eine Beendigung der Kohleverstromung in Deutschland ist technisch längst möglich und braucht
endlich auch den politischen Nachdruck, um die enormen Zerstörungen an Landschaft und Klima zu
beenden, die mit der Kohleverstromung einhergehen.  
Millionen Menschen auf der ganzen Welt sind schon heute betroffen, von Überschwemmungen in
Deutschland bis zu Dürreperioden am Horn von Afrika und Überflutungen unvorstellbaren Ausmaßes
in Pakistan. Papst Franziskus hat in seiner Botschaft zum Weltfriedenstag am 1.1.2023 darauf
hingewiesen, „...dass wir uns alle für die Heilung unserer Gesellschaft und unseres Planeten einsetzen
und die Grundlagen für eine gerechtere und friedlichere Welt schaffen müssten, die sich ernsthaft
um ein Gemeinwohl mühe, das wirklich alle miteinschließe.“
Um eine weitere dramatische Verschlechterung der Situation zu verhindern, müssen jetzt alle
Maßnahmen ergriffen werden, um eine nachhaltigere Zukunft zu schaffen. Diese Zukunft besteht aus
erneuerbaren Energien. Gerade von einem gelingenden Strukturwandel im Rheinischen Revier geht
ein weltweites Zeichen für eine große Transformation aus, die den Klimazielen von Paris gerecht
wird.  
Es sollten nicht mit aller Gewalt gegenteilige Fakten geschaffen werden. Eine massive
Gewalteskalation zwischen Polizei und Klimaschützer*innen muss unbedingt vermieden werden


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